
An den sogenannten Schwedenschanzen. Bevor die Schweden am 28. Juni 1675 (gregorjanischer Kalender) zur Schlacht bei Fehrbellin zogen, verschanzten sie sich für eine Nacht und hielten den Kremmer Damm, die heutige Graf-Arco-Straße, mit Geschützen in Schach, so dass die kürfürstlichen Reiter diesen nicht passieren konnten.) befindet sich der
Stein-Tisch (stone table). Diese Tische dienten ja ursprünglich der Verortung und Vermarkung eines Gerichts- und Verhandlungsortes. Der Nauener wurde aber von dem Beigeordneten A. Schlicht im Jahre 1898 nur als Rastplatz errichtet. Der Volksmund nennt die Stelle "Schlicht's Ruh"
Der Unfall
Am 27. November 1822 befindet sich der regierende Bürgermeister Deichmann zu Pferde auf einem Inspektionsritt durch den Stadtforst. Im Jagen 27 (Nahe der Königseiche, die Fontane in seinen Wanderungen durch das Havelland offensichtlich falsch beschrieb) waren Männer gerade damit beschäftigt, einen im Geäst umliegender Bäume verfangenen Stamm zu befreien.
Der Bürgermeister ging hierbei ebenfalls hilfreich zur Hand. Er hatte den Stadtärmsten gestattet, Brennholz für den eigenen Ofen zu schlagen. Auch hatte er Vesperbrote für diese mitgebracht.
Als sich der Stamm endlich löste und zu Boden fiel, federte das Stammende zurück und traf den Bürgermeister derart am Kopf, dass dieser noch vor Ort verstarb.
Die Entschädigung
Die Stadtverordneten lehnen seinen Hinterbliebenen das Gnadenvierteljahr ab, dafür bewilligen sie 50 Taler jährlich, bis das jüngste der fünf Kinder 15 Jahre alt ist.
Der Kämmerer verzichtet persönlich zugunsten der Hinterbliebenen auf zwei Monatsgehälter.
Das Denkmal / ((the accident monument for the mayor)
Mehr als 70 Jahre mussten vergehen, bis sich die Stadtverordneten dazu durchringen konnten, Bürgermeister Deichmann ein Denkmal zu setzen.
Dies geschah dann im Jahre 1899.
Dieses Denkmal steht heute noch an gleicher Stelle.
Die Nauener Heimatfreunde restaurierten es Ende der 1980er Jahre und kümmern sich regelmäßig um den baulichen Zustand.
Die Oberaufsicht über den Nauener Forst amtierte hier (the former office of forest warden).
Erbaut wurde es im Jahre 1904 für den Oberwächter des Nauener Stadtwaldes und seiner Familie.
Nach der Wende befand sich hier, neben der Försterei, auch das Atelier der Heimat- und Landschaftsmalerin Luane Brauner, die heute in Neuseeland lebt.
In unmittelbarer Nähe, heute Brieselanger Straße 4, wurde das Haus für die Waldarbeiter / (the house for the woods workers) errichtet.
Vorhanden waren eine große Wohnung im Obergeschoss, zwei kleinere im Erdgeschoss, eine davon mit Zugang zum Dachgeschoss sowie mehrere Gemeinschaftsräume.
Dazu gehörten Stallungen und weitere Nebengebäude.
Beide Häuser stehen heute noch und sind teilweise bewohnt.
Mitten im Nauener Stadt-Forst liegt auch heute noch an der ehemaligen Straße nach Paaren im Glien das Anwesen Stolpshof. Dieses kaufte die Stadt Nauen im Jahre 1913. In den 1990ern bis etwa 2010 wurde es als Ausbildungsstätte des Jugenaufbauwerkes Nauen (JAW) genutzt. Die ehemalige Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft Nauen (LPG) nutzte das Gehöft Mitte der 1970ziger als Gestüt - gab diesen Zweig aber bald wieder auf, da kaum Interesse an Pferden bestand. An der Inneneinrichtung des Pferdestalles habe ich selbst mitgebaut. Anschließend wurde es als Ausbildungsstätte für die örtlichen Kampfgruppen ausgebaut.
Während der NAZI-Zeit war das Anwesen ein Jagdgut / (the former hunting house Stolpshof) der NS-Größe Heydrich.
Seit 2014 steht das gesamte Gelände leer und gammelt vor sich hin.
Die "falsche" Königseiche
Theodor Fontane erwähnt in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" eine sogenannte "Königseiche", die er am 22. Mai 1870 selbst besucht haben will, wie er schreibt.
Dieser Besuch ist auch nicht in Abrede gestellt.
Aber in gut 1000 Metern von dieser Eiche westwärts in Richtung Nauen befand sich bis Ende der 1990er Jahre eine Eiche, die fälschlicherweise von vielen als die Königseiche aus Fontanes Schilderungen betrachtet wurde. Nicht verwunderlich, war sie doch der eigendlichen Königseiche durch ihren imposanten Wuchs und ihrem sagenhaften Durchmesser von mehr als drei Metern der erstgenannten ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen. So setzten sportlich begabte Studenten in den 1920er Jahren durch einen Textanschlag an diesem Baum die Legende von der Königseiche erst in Umlauf.
In Wahrheit handelte es sich hierbei aber um die "Große Eiche", wie sie auf vielen Messtischblättern und Landkarten des 19. und 20. Jahrhunderts verzeichnet ist.
Karl-Heinz Graffenberger aus Pausin hat in einer grafischen Zusammenstellung zweier Landkarten den genauen Standort beider Bäume dokumentiert und weitere Informationen hierzu im "Heimatjahrbuch 2019 für Falkensee und Umgebung" nieder geschrieben.
Das sind die Reste der imposanten "Großen Eiche" im Nauener Stadtforst.
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