Die Neue Straße:
(the new street)

In Folge des Wiederaufbaus nach dem Stadtbrand von 1695 nahm die Einwohnerzahl stetig zu. Deshalb war eine Stadterweiterung zwingend notwendig.
Auf dem zugeschütteten Wallgraben, der einst die Stadtmauer umgab gründete man die "Neue Stadt" mit 50 neuen Bürgerstellen.

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An dem Übergang von der Neuen Straße in die Lazarettstraße kann man heute noch eindeutig erkennen, dass die Häuser in der Lazarettstraße wesentlich höher stehen als in der im Vordergrund verlaufenden Neuen Straße. In der Lazarettstraße stehen die Häuser mit ihrer Front auf dem alten Fundament der Stadtmauer.
Es entstanden die Lazarett-, die Wall- und die Neue Straße. Ebenso die Wallgasse und die Wallstraße.

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Das wunderschöne Gebäude... ist ein ehemaliges Bauernhaus:

LINKS: Am Übergang von der Neuen nach der Gartenstraße findet man diesen herrlichen Vierseithof (old farmhouse) der ehemaligen Bauernfamilie Richart. Er ist der einzige, noch weitgehend im Original erhaltene Bauernhof inmitten der denkmalgeschützten Altstadt.
RECHTS: Das ehemalige Wohnhaus ist nach der Instandsetzung ab Oktober 2018 nun in städtischer Hand. Im Ergeschoß befinden sich Ausstellungsräume, während im Obergeschoss das Historische Stadtarchiv untergebracht ist, welches vertraglich vom Verein der Nauener Heimatfreunde verwaltet wird.


Das alte Bauernhaus der Familie Richart. / An old farmhouse of the family Richart.
Das alte Bauernhaus der Familie Richart. / An old farmhouse of the family Richart.
Das gleiche Haus nach der Rekonstruktion im Jahr 2018. Hier verwalten die "Nauener Heimatfreunde" das "Historische Archiv" der Stadt Nauen mit Exponaten von 1700 bis heute.
Das gleiche Haus nach der Rekonstruktion im Jahr 2018. Hier verwalten die "Nauener Heimatfreunde" das "Historische Archiv" der Stadt Nauen mit Exponaten von 1700 bis heute.

Das sanierte Wohnhaus der alteingesessenen Bauernfamilie Richart in der Neuen Straße.
Typisch für die mittelalterlichen Fachwerkbauten in Nauen waren die zwei Eingangstüren von der Straße her.
Die eine führte ins Erdgeschoss in die Wohnung des Eigentümers, der Bürgschaften eingehen konnte und deshalb als "Bürger" bezeichnet wurde und die zweite führte über eine sehr steile Treppe ins Obergeschoss zu dem, der dort einwohnte.
Deshalb der Begriff "Einwohner".
Die ehemaligen Stallanlagen auf der Seite der Gartenstraße beherben seit dem Umbau im Obergeschoss einen Konferenzraum und im Erdgeschoss einen Empfangsraum.
Das gesamte ehemalige Bauerngehöft ist seit Oktober 2018 eine kulturelle Begegnungsstätte, welche durch ihren Altstadtcharme von der Bevölkerung gut angenommen wurde.


Immer mehr Menschen haben den Mut, sich mit der alten Bausubstanz, die zum größten Teil marode war und in einigen Objekten auch noch ist, anzufreunden und sie wieder zum Leben zu erwecken.
So sind mittlerweile von 1995 bis heute mehr als 80 Prozent der Altstadt wieder in einen wohnlichen Zustand versetzt worden. Die Stadt selbst hat ihren Beitrag dahingehend geleistet, dass sie alle Straßen der Altstdt grundhaft, also auch mit allen Medienleitungen in der Erde, instandgesetzt hat.


Ein altes Bauernhaus vor der Sanierung. / An old farmhouse.
Ein altes Bauernhaus vor der Sanierung. / An old farmhouse.
Ein altes Bauernhaus NACH der Sanierung. / An old farmhouse is new.
Ein altes Bauernhaus NACH der Sanierung. / An old farmhouse is new.

Dem Grunde nach haben die Eigentümer nach dem Wiederaufbau der Stadt nach 1695 in den folgenden Jahrzehnten keine Mittel gehabt um ihre Grundstücke und Gebäude zu erhalten.
Zur DDR-Zeit war es von Staats wegen nicht erwünscht, dass Geld und das ohnehin knappe Baumaterial in solche Altbauten gesteckt wurden und man gab deshalb den Eigentümern keine, oder nur sehr begrenzte Möglichkeiten, zur Sanierung.
Letztendlich sollte die gesamte Altstadt von der Bildfläche verschwinden und durch Neubaublöcke ersetzt werden. Planungen dazu gabe es bereits.


Häuser der Neuen Straße um 1920.
Häuser der Neuen Straße um 1920.
Häuser der Neuen Straße im Jahre 1969. Der Zustand verschlechterte sich in der DDR zusehens und 1990 war die Mehrzahl der Häuser unbewohnbar.
Häuser der Neuen Straße im Jahre 1969. Der Zustand verschlechterte sich in der DDR zusehens und 1990 war die Mehrzahl der Häuser unbewohnbar.