Die Bahnhöfe:
(the railway stations)
Zügig fuhr man ... von hier aus in die weite Welt:
Nauen hatte in der Vergangenheit mehrere Bahnhöfe, welche von unterschiedlichen Gesellschaften betrieben wurden. Geblieben ist der von der Berlin-Hamburger Eisenbahn, allerdings ohne Empfangsgebäude. Dieses wurde Opfer einer Bombe, die im Zweiten Weltkrieg auf die Stadt niederging.
Eröffnet wurde die Bahnstrecke am 15.10.1846. Damals verlief sie allerdings noch ebenerdig.

Mehr als ein dreiviertel Jahrhundert hatte Nauen Anschluss an den S-Bahn-Tarif von Berlin. Bereits bei der Dammaufschüttung zwischen Spandau und Nauen wurde der Damm derart verbreitert, dass auch S-Bahn-Gleise darauf Platz gefunden hätten. Aber dies ist nur bis Falkensee im Jahre 1951 verwirklicht worden. Bis zur Elektrifizierung 1980 wurde der Streckenabschnitt Nauen - Falkensee per Dampf- bzw. Diesellok betrieben. Nach dem Mauerbau 1961 fiel der Übergang zur Berliner S-Bahn in Falkensee weg und der Regelbetrieb nach Ost-Berlin wurde über den neugebauten Außenring Potsdam - Hennigsdorf betrieben. Der S-Bahn-Tarif allerdings blieb. Seit der Gründung des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) gehört auch der der Vergangenheit an.
Hielten bis zum Jahre 1998 noch InterCity-Züge in Nauen, so war zwischenzeitlich das Bahnhofsniveau auf die tiefste Provinzebene gesunken.
Die elektronischen Anzeigetafeln zeigten beharrlich leere Felder und durch die Lautsprecher tönte auch kein Laut mehr.

Der aktuelle Bahnhof./Railway station.
Mit der Fahrplanumstellung zum 15. Dezember 2002 ist auch für den Nauener Bahnhof eine neue Zeit angebrochen. Mit der festen Etablierung der Regionalbahn 10 von Nauen nach Berlin-Charlottenburg und dem Status des Bahnhofs Nauen als Ausweich- bzw. Umsteigebahnhof bei Streckensperrungen ist das Niveau deutlich gestiegen. Jetzt wird der Reisende auch wieder freundlich begrüßt und die Anzeigetafeln weisen ihm den richtigen Zug zu.
Nauen war als ehemalige Kreisstadt (former county town)
in der Vergangenheit sehr verkehrsgünstig zu erreichen.
Ein weitverzweigtes Eisenbahnnetz machte dies möglich:

(1) Die Strecke Nauen - Kremmen - Oranienburg als Teil der Umgehungsbahn. (2) Die Strecke Nauen - Velten - (Spandau) wurde im Volksmund ''Kachel- oder Töpferbahn'' genannt, weil sie in die Hochstätte des Kachelofenbaus Velten führte. (3) Die Strecke Nauen - Wildpark (Im Volksmund ''Rutschbahn'' genannt - Wildpark ist heute Stadt-Teil von Potsdam) als Teil der Umgehungsbahn,
Weitere Strecken gab es nach:
- Die Hauptstrecke Berlin - Hamburg (1846 bis heute).
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Die Strecke Nauen - Ketzin
(vom 17. August 1892 bis zum 12. April 1966).
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Von Nauen nach Brandenburg gelangte man wie folgt: Mit der Osthavelländischen Eisenbahn von Nauen in Richtung Ketzin. Umstieg in Röthehof auf die Strecke der Westhavelländischen Eisenbahn nach Brandenburg.
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Von Nauen über Paulinenaue - Fehrbellin - nach Neuruppin
(1880 bis zum 20.05.1970) gelangte man wie folgt: Mit der Hamburger Bahn bis Paulinenaue und Umstieg in den Kleinbahn-Zug der Paulinenaue-Neuruppiner-Eisenbahn-Gesellschaft.
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Nach Rathenow gelangte man über die Strecke Nauen - Senzke - Kriele - Rathenow (Kleinbahn)
(2. April 1900 bis zum 1. April 1961).
Die Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen mit dem Abzweig von Senzke nach Paulinenaue wurde 1900, bzw. 1901 eröffnet. Die erste Strecke betrug 42,6 Kilometer und die letztere 9,1 Kilometer. Die Spurweite war 750 Millimeter.


Übersicht über alle Bahnhöfe im Stadtgebiet (ohne Ortsteile).
Anmerkungen zum Stand Februar 2003:
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Bahnhof der RSN (Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen - Die Bahnverwaltung befand sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Nauen, Dammstraße 25a.) Es sind keine Gleise mehr vorhanden.
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Bahnhof der Veltener Bahn, als "Bahnsteig C" bezeichnet. Der Bahnsteig ist zum Parkplatz mutiert und deshalb nicht mehr vorhanden. Der Lok-Schuppen auf dem ehemaligen Beriebshof steht noch, verfällt aber zusehens. (ist abgerissen)
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Bahnhof der OHE (Osthavelländische Eisenbahn)
(siehe Anmerkungen zum Bahnsteig C). Gleisteile werden heute noch als Rangiertrakt zur Anbindung der OHE-Gleise Berliner Straße (Raiffeisenstraße) und dem Bosch-Siemens-Haushaltsgerätewerk zur Gleisanlage der Hauptbahn Berlin-Hamburg benutzt. Das gemeinsame Stellwerksgebäude der Ketziner- und der Veltener Bahn (Kachelbahn) steht noch. Aber vor kurzem sind die Fensterscheiben eingeschlagen worden ... Alle drei Vorgenannten sind am Hauptbahnhof gelegen!
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Bahnhof Nauen Berliner Straße 111 (An der Stecke nach Ketzin. Das Gebäude ist noch vorhanden. Über dem Haupteingang ist ein Terrakotta-Relief angebracht, dass wie folgt aussieht: Aus einem beflügelten Eisenbahnrad, das als Tunnel ausgebildet wurde, fahren einmal eine Lokomotive und im Gegenlauf ein Kraftomnibus.) Das Verladehaus wird heute bewohnt.
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Haltepunkt Nauen Ludwig-Jahn-Straße (An der Strecke nach Velten.) Hiervon ist nichts mehr vorhanden, außer Reste des Bahndamms.
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Haltepunkt Nauen Stadtforst (An der Strecke nach Velten, direkt an der Chaussee nach Alt-Brieselang, heute Brieselanger Straße, rechts, kurz bevor man nach Stolpshof abbiegt. Hier gab es sogar ein Ausflugslokal!) Auch hiervon ist außer den Fundamentresten nichts mehr vorhanden. Anfang der 1990er Jahre versuchte jemand an gleicher Stelle eine Gaststätte zu errichten. Seitdem steht eine Bauruine mitten im Schutzgebiet, direkt an der Chaussee nach Alt-Brieselang.
Die OHE hat die Wirren der Zeit im ehemaligen Westteil von Berlin überdauert und betreibt heute wieder einige Strecken in Berlin und im Havelland. Der Landkreis HVL besitzt nun die Aktienmehrheit an dieser Bahn. Sie nennt sich heute Havelländische Eisenbahn "hvle".

Das Eingangsgebäude des Hauptbahnhofes um 1920! / The former foyer from main train station in Nauen at the years 1925.
Das war das
Original...das einst repräsentative Eingangsgebäude vom Hauptbahnhof: (the old station) Es hinterläßt schon einen imposanten Eindruck, das ehemalige Eingangsgebäude vom Nauener Hauptbahnhof. Was die Bombe im Zweiten Weltkrieg nicht schaffte, wurde danach auf Weisung abgetragen.
... und das die langwierige Zwischenlösung ...
Das war nach dem Abriss des Eingangsbauwerkes bis Mitte 2000 das Bahnhofsgebäude des Hauptbahnhofes. In den "besten Zeiten" waren hier drei Fahrkartenschalter besetzt. Eine Fahrt von Nauen bis Berlin-Alexanderplatz über den Berliner Außenring dauerte mehr als zwei Stunden und kostete 70 Pfennige Ost.

Das Ersatzbauwerk bis zum Jahre 2000. / The former booking office.

Der neue Bahnhofs- Eingang. / The present-day entrance to the railway station.
... und das ist übrig geblieben ... ein Loch im Bahndamm:
Auch nach der Sanierung Mitte der 1990ziger Jahre blieb vom einst stolzen Eingangsbauwerk nur ein mit Klinkerattrappen ausgekleidetes Loch übrig, getarnt als Zugang zu den Bahnsteigen. Die Treppenstufen stammen teilweise noch vom ehemaligen Eingangsgebäude.
2005 wurde der gesamte Platz umgebaut und die Treppenstufen verschwanden und links vom "Loch" stellte die Deutsche Bahn einen Kiosk auf, in dem man neben dem Imbissangebot auch Fahrkarten kaufen kann. Zwischenzeitlich wurde bereits zweimal ein Grundstein für ein neues Bahnhofsgebäude gesetzt. Aber im Jahr 2026 gibt es immer noch das Loch im Bahndamm. Allerdings hat man die tristen Betonwände beiderseits mit einem großflächigen Karomuster in Brauntönen "verschönt".